Startseite > Club > Tratsch und Klatsch > Roger-Federer-Allee abgelehnt

Roger-Federer-Allee abgelehnt

rf.allee.jpg Quelle: Wochenblatt für das Birseck und Dorneck  Artikel und Bild: Edmondo Savoldelli
Mit der Begründung, dass dadurch kein Standortvorteil entstehe, wurde das Stellen der Erinnerungstafel im Wasserhaus-Quartier durch den Gemeinderat abgelehnt. Foto: Louis Moser, Inge Moser und Edith Refer (v. l.) mit dem Entwurf für das Schild vor dem Haus, in welchem Roger Federer gewohnt hat.
Eine der Quartierstrassen in der Siedlung Wasserhaus in der Neuen Welt wird von den Anwohnern einfach die «Allee» genannt. In unmittelbarer Nähe hat Roger Federer seine Jugend verbracht, bis seine Eltern vor ein paar Jahren wegzogen.

In der «Allee» hat er mit seinen Kollegen Fussball und Strassentennis gespielt und im nahen Neue-Welt-Schulhaus ist er zur Schule gegangen. «Alle nannten wir ihn Rodschi», erinnert sich Edith Refer, mit deren Sohn der spätere Weltstar oft zusammen war. Schon bald – nach seinen ersten Erfolgen als Tennisspieler – bildete sich im Quartier, das wie ein eigenes kleines Dorf wirkt, eine treue Fangemeinde, welche jeden Match am Fernseher verfolgte und jeden seiner Siege feierte. Nach den Olympischen Spielen in Sidney im Jahre 2000 wurde der Star im Quartier mit einem Fest empfangen und zu seinen Ehren eine Strassentafel «Roger Federer-Allee» aufgestellt. Nicht lange danach wurde das Schild zerstört und das von Edith Refer finanzierte Metallgestell 2005 durch die Gemeinde, in deren Besitz die Strassen im Wasserhaus mittlerweile übergegangen waren, abmontiert und entsorgt.

Federer-Tafel lockt keine Steuerzahler
Diesen Sommer lancierte Inge Moser eine Petition, mit welcher die 186 Unterzeichner sich von der Gemeinde wünschten, «dass die Strassentafel ‹Roger Federer-Allee› wieder montiert wird». Auch Inge Moser hat mit ihrem Mann Louis all die Jahre den Werdegang Federers mitverfolgt, wohnt sie doch im Hochhaus am Teichweg. Von ihrem Küchenfenster aus konnte sie jeweils mitverfolgen, wenn im Wasserhaus wieder gefeiert wurde oder wenn der Tennis-Meister mit seiner Entourage nach Hause kam. In seiner abschlägigen Anwort von Anfang September nimmt nun der Gemeinderat wie folgt Stellung: Erstens würden durch eine solche Tafel weder eine Standortförderung erzielt noch neue Steuerzahler angelockt. Zweitens seien in Münchenstein keine noch lebenden Personen mit Strassennamen geehrt worden, da das Risiko nicht auszuschliessen sei, dass sich deren Ruf im Laufe der Zeit verändern könne. Und drittens wäre eine Einweihung organisatorisch sehr schwierig zu realisieren, da für einen kurzen Effekt ein hoher Aufwand betrieben werden müsste. In Basel hätten die Organisatoren über ein Jahr warten müssen, bis Roger Federer Zeit gehabt habe, den «Ehrespalebärglemer» entgegenzunehmen. Inge und Louis Moser und Edith Refer können ab dieser Argumentation nur den Kopf schütteln. «Eine schlichte Ehrentafel muss doch keine Steuereinnahmen generieren oder neue Firmen anlocken. Und die Einweihungsfeier hat ja schon vor Jahren stattgefunden – es wäre einfach eine Wiederherstellung des alten Zustandes gewesen. Und wenn Roger etwas wirklich Dummes anstellen würde, könnte man ja dann die Tafel immer noch entfernen», meinen die drei enttäuschten Fans. Roger sei ja nun wirklich bis ins hinterste Australien als Münchensteiner bekannt. Niemand verstehe diesen Entscheid der Gemeinde.

Missverständnis möglich
Dass es auch anders geht, zeigten die Behörden in Frenkendorf, als man die Skiakrobatin Evelyne Leu nach ihrem Olympiasieg 2006 in Turin mit einem Platz ehrte. «Das ging hier ganz einfach», sagt Gemeindeverwalter Thomas Schaub. «Eine vormals namenlose zentrale Kreuzung heisst jetzt Evelyne Leu-Platz.» Auf Anfrage des «Wochenblatts» betont Gemeindepräsident Walter Banga, dass man das Begehren der Petenten sehr genau geprüft und sich um die Angelegenheit bemüht habe. Der Gemeinderat könne die Begeisterung gut nachvollziehen. Neben den erwähnten Gründen gäbe es jedoch auch andere Münchensteiner, welche sich hier verdient gemacht haben. Dass aber gar kein grosses Fest geplant war, sei nicht deutlich gewesen. «Hier kann ein Miss-verständnis vorliegen», räumt Banga ein. «Der Familie Federer hätte man einfach mitteilen können, dass die neue Tafel wieder am alten Platz steht», meinen Inge Moser und ihre Freunde.

 
Suchen
TCOB Umfrage
Wie viele Grand Slam Titel wird Roger Federer erreichen?
 
Besucher unserer Website
Heute299
Monat5247
Besucher seit 1.10.2004868488
wilson_logo_sm.gif
bankcoop
basler.gif
 
finanzwerk
 
manosport_sm