Beitragsübersicht Juniorenabteilung Tennis Club Old Boys Basel

Old Boys und TIF-Tennisacademy spannen zusammen

BaZ / Thomas Wirz 25.4.2008
Frischer Wind für die Szene
Die Kooperation soll dem Basler Spitzentennis dringend benötigte Impulse vermitteln und die Nachwuchsförderung verbessern.
Der grösste Basler Tennisclub und die zurzeit erfolgreichste regionale Nachwuchs-Förderungsschule spannen ab sofort zusammen:

Der TC Old Boys und die in Frenkendorf und Bättwil beheimatete TIF-Tennisacademy wollen frischen Wind in die regionale Tennisszene bringen. Handlungsbedarf gibt es: «Stefan Kilchhofer und Michelle Blättler waren die letzten ‹Basler›, denen vor vier, fünf Jahren der Sprung in die nationalen Top 10 geglückt ist», sagt Niki von Vary, Präsident der Old Boys. International habe es zudem seit dem Durchbruch von Roger Federer, Marco Chiudinelli und Patty Schnyder niemand aus der Region mehr geschafft, in die ersten 400 der Weltrangliste zu kommen.

Von Vary möchte dieser Stagnation im Basler Spitzentennis entgegenwirken. Dies machte er gestern bei der Präsentation eines neuen Förderprojektes in Frenkendorf deutlich. Sein Verein habe bis auf die letzten Jahre immer wieder grosse Talente herausgebracht. «An diese Tradition wollen wir wieder anknüpfen.» Dies um so mehr, als der Schützenmattclub gegenwärtig mit rund 180 Junioren und Juniorinnen über ein ansehnliches Nachwuchspotenzial verfüge.

Nur im Spitzensport. Gleichzeitig stösst OB am St. Galler-Ring – gerade wegen der vielen Nachwuchskräfte – auf Engpässe, was die Trainer und die Plätze anbelangt. «Eine Zusammenarbeit mit einer namhaften Tennisschule ist deshalb sinnvoll», sagt der OB-Präsident. Allerdings soll die Betreuung durch die TIF-Academy nur im Spitzensportbereich, also ab einer nationalen Klassierung oder nationalen Kaderzugehörigkeit, gesucht werden. Synergien zwischen dem Basler Traditionsclub und der von Rodolphe Handschin und Nicole Züger geführten Tennisschule gibt es auch über den Trainingsbetrieb hinaus: Etwa das Talentscouting oder der Interclub, wo die besten OB-Interclubteams durch die TIF-Nachwuchsspitzenkräfte verstärkt werden könnten.

Dass der Grossclub für sein Förderungsprojekt die TIF als Partnerin ausgewählt hat, war naheliegend. Die seit neun Jahren bestehende Academy wurde im letzten Jahr als eine von nur sieben nationalen Schulen von Swiss Tennis mit dem Label «Partner Academy» ausgezeichnet und verfügt zudem mit Handschin, Züger und Peter Frey über gleich drei national bekannte Tennispädagogen. Der von der Schweizer Sporthilfe eben erst zum Nachwuchscoach des Jahres 2007 gewählte Handschin wertet die Kooperation als «begrüssenswertes Zeichen für eine künftig hoffentlich intensivere Förderungs-Zusammenarbeit in der Region» und hofft konkret auf zehn bis 15 Talente, die «bald schon Leistungsstufe 1 erreichen sollten, dass sie somit gut genug sind, um eine Sportklasse zu besuchen».

Offene Fragen. Die eine oder andere Frage zur an sich begrüssenswerten regionalen Förderungsidee konnte gestern noch nicht beantwortet werden. Während sich auf rein sportlicher Ebene beim TC Old Boys Talente mit nationalem Potenzial derzeit an einer Hand abzählen lassen, scheinen auch die finanziellen Aspekte der Zusammenarbeit noch nicht geklärt zu sein. Der OB-Präsident von Vary gab der Hoffnung auf «einige Sponsoren» Ausdruck, präzisierte dann aber immerhin, dass «der grössere Teil der Trainingskosten weiterhin von den Eltern getragen werden müsse.»
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