Federers erster Tennislehrer erinnert sich
«Roger interessierte sich kaum für Mädchen»
VON STEFAN NÄGELI UND GINA KERN
BASEL – Draussen ist es schwül. Seppli Kacovsky (60) sitzt im Klubhaus des TC Old Boys in Basel. Gespannt starrt er auf den Bildschirm. Matchball für Henman.
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Die Zielstrebigkeit des Buben imponierte ihm. «Er sagte schon damals, er wolle die Nummer 1 der Welt werden», erzählt Seppli.
Bald überholte der Münchensteiner seine gleichaltrigen Kameraden. «Ich musste einen extra Trainingsplan für ihn erstellen, sonst wäre es ihm langweilig geworden.»
Zum Glück erstellte Kacovsky diesen Plan, und es wurde Federer nicht langweilig. Denn so talentiert wie im Tennis, war er auch im Fussball.
Sein enormes Bewegungspotenzial, das grosse Ballgefühl und die schnelle Auffassungsgabe wurden ihm in die Wiege gelegt. Federer nutzte dieses Geschenk und zehrt noch heute davon.
Nur etwas hat er geändert: «Früher interessierte er sich kaum für Mädchen, er trainierte lieber», sagt Seppli lachend.
Drei bis viermal pro Jahr sehen sich der Tennis-König und Seppli Kacovsky wieder. Dann kommt Roger in den Klub, geniesst ein Stück Heimat und verteilt den Junioren Autogramme. Vielleicht hat Roger nach seinem erfolgreichen Wimbledon-Trip kurz Zeit, um den alten Freunden im Klub Hallo zu sagen. «Roger gehört halt nach wie vor in unsere Tennis-Familie.»