NLA 2008 - Kleines Kader, hohe Zielsetzung
BaZ / Thomas Wirz / Foto: Dominik Plüss 29.8.2008
DIE NATIONALLIGA-A-FRAUEN DES TENNISCLUBS OLD BOYS BEGINNEN DIE MEISTERSCHAFT MIT EINEM HEIMSPIELDie heute beginnende NLA-Interclub-Saison steht im Zeichen von Neuerungen. Das Frauenteam des TC Old Boys will wie vor Jahresfrist in die Finalrunde.Das Old-Boys-Frauenteam ist nur auf einer Position verändert. Und hat dieselben Ziele wie in der letzten Saison.
Im heutigen Heimspiel gegen Lido Luzern (St. Galler-Ring, 11 Uhr, Gratiseintritt) steht dem einzigen regionalen NLA-Team nur das absolute Minimum von vier Kaderspielerinnen zur Verfügung. Derweil die beiden Ausländerinnen Zuzana Kucova (WTA-245) und Lenka Tvaroskova (276) am Sonntag programmgemäss in Basel eingetroffen sind, fehlen zumindest beim Start mit Milica Tomic und Claudia Riera zwei der vier gemeldeten Schweizer Spielerinnen.
«Während die Sportstudentin Riera in einem Lager der Universität weilt, hat sich Tomic trotz bestehendem Vertrag wegen anderweitigen Turniereinsätzen kurzfristig abgemeldet», sagte OB-Präsident Niki von Vary gestern leicht verärgert. Die beiden Slowakinnen sowie Conny Perrin (Nummer 11 der Swiss-Tennis-Rangliste) und OB-Eigengewächs Jessica Anner wissen so wenigstens im Voraus, dass sie gegen die leicht stärker einzuschätzenden Luzernerinnen sowohl in den nur noch vier Einzeln (eine von zahlreichen neuen NLA-Interclubbestimmungen) wie zwei Doppel voll gefordert sind.
Neues reglement. Dass die OB-Mannschaft nur auf der Spitzenposition eine Namensänderung erfuhr (Kucova für Landsfrau Katarina Kachlikova), hat einiges mit dem neuen NLA-Ausländerreglement zu tun. Nachdem es in den letzten Jahren wegen teilweise fast nur aus ausländischen Verstärkungen bestehenden Teams regelmässig Kritik hagelte, hat Swiss Tennis endlich reagiert und ein Reglement eingeführt, demzufolge die Hälfte aller eingesetzten Spieler(innen) Schweizer beziehungsweise Ausländer(innen) mit Wohnsitz in der Schweiz sein müssen.
«Die neue Regel hat dazu geführt, dass die Clubs ihre bisherigen stärksten Schweizerinnen rechtzeitig mit einem neuen Vertrag gebunden haben und so klar weniger Wechsel zu registrieren waren als zuletzt», erklärt OB-Präsident Niki von Vary den ruhiger gewordenen Interclub-Transfermarkt. Längerfristig mache die Ausländerbeschränkung wohl Sinn, für den TC Old Boys ändere sich allerdings rein gar nichts. «Wir haben sowieso nie mehr als zwei Ausländerinnen verpflichtet», sagte von Vary.
Wieder attraktiver. Die anderen neuen NLA-Bestimmungen betreffen die Reduzierung der Partien bei den Frauen (von sieben auf sechs, weil nur noch vier Einzel), die neue ATP-Zählweise im Doppel (Champions-Tiebreak anstelle eines dritten Satzes sowie Entscheidungspunkt nach Deuce-Spielstand) sowie die zwingende Verlegung in die Halle bei schlechter Witterung. Ob sich die Neuerungen bewähren werden, bleibt abzuwarten. Positiv ist immerhin, dass Swiss Tennis gewillt zu sein scheint, den zuletzt kriselnden Nationalliga-A-Interclub für Zuschauer und Spieler wieder attraktiver zu machen.